Der neue Open Access Fonds der Universität Bern: Kurzbericht zum Jahr 2020

Der Open Access Publikationsfonds wurde von der Universität Bern im April 2020 ins Leben gerufen, um die Forschenden der Universität Bern bei der Publikation von Artikeln in Gold Open Access Zeitschriften und Büchern zu unterstützen. Der Fonds reiht sich damit in die Dienstleistungen der Universitätsbibliothek Bern zur Umsetzung der nationalen Open Access Strategie ein. Diese besagt, dass bis 2024 die Resultate aller mit öffentlichen Geldern finanzierten Forschung frei im Internet zugänglich sein sollen. Die Finanzierung von Open Access Publikationen ist dabei ein wesentlicher Punkt.

Wie funktioniert der Fonds?

Die Ausgestaltung des Fonds stützt sich auf den Austausch mit Universitätsbibliotheken, welche bereits über einen Open Access Publikationsfonds verfügen, sowie auf das Dokument von AT2OA «Open Access Publikationsfonds. Einrichtung und Förderungsbedingungen» und das Dokument «Campus-Based Open Access Publishing Funds. A Practical Guide to Design and Implementation» von SPARC. Die Obergrenze von maximal 1’500 Franken pro Zeitschriftenartikel und Buchkapitel orientiert sich an den durchschnittlichen APCs. Auch sollen kleinere Buchprojekte mit bis zu 2’000 Franken gefördert werden. Antragsberechtigt sind Angestellte der Universität Bern aus Lehre und Forschung, soweit sie Erst-, Letzt- oder Corresponding Author sind. Die Anzahl Anträge pro Semester und Person ist auf drei begrenzt. Nicht unterstützt werden Artikel in Hybridzeitschriften sowie Publikationen in Predatory Journals.

Forschende können, sobald die Rechnung vom Verlag vorliegt, via Onlineformular einen Antrag auf Unterstützung einreichen. Die Anträge werden vom Publikationsfonds auf die Erfüllung aller Kriterien geprüft und die Antragsstellenden über den Ausgang der Prüfung benachrichtigt.

Wie viele Anträge wurden 2020 gestellt und wieviel wurde ausgeschüttet?

Von April bis Dezember 2020 sind 117 Anträge eingegangen. Davon konnten 97 bewilligt und der Rechnungsbetrag, bzw. der Höchstbetrag von 1’500 Franken zurückerstattet werden. Für die bewilligten Anträge wurden insgesamt knapp 140’000 Franken ausgeschüttet. Pro Antrag wurden im Durchschnitt 1’427 Franken ausbezahlt. Die Hälfte aller abgelehnten Anträge betrafen Artikel in Hybrid-Zeitschriften. Die Intensivierung der Kommunikationsmassnahmen im Herbst (Coffee Lectures, Newsletter, soziale Medien und weitere uni-interne Kommunikation) erhöhte nicht nur die Bekanntheit des Fonds, sondern auch der Förderbedingungen. Im letzten Quartal wurden markant mehr Anträge eingereicht. Gleichzeitig musste nur noch ein verhältnismässig kleiner Anteil der Anträge abgelehnt werden, weil sie die Kriterien nicht erfüllten.

Wer hat 2020 Anträge gestellt?

45 Prozent der Antragsstellenden gehörten dem Mittelbau der Universität an. 38 Prozent der Anträge wurden von Professoren eingereicht und 17 Prozent der Antragsstellenden befanden sich im Doktorat. Etwa dreiviertel aller Anträge wurden von Angehörigen der medizinischen Fakultäten eingereicht, dabei machte die Humanmedizin fast die Hälfte und die Veterinärmedizin ein Viertel aller Anträge aus. Ebenfalls vertreten waren die philosophisch-humanwissenschaftliche, die philosophisch-naturwissenschaftliche und die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät.

Publikationen welcher Verlage wurden 2020 vom Fonds unterstützt?

Die Anträge betrafen je zu ca. 20 Prozent Zeitschriften von Frontiers, MDPI und Springer Nature. Die übrigen Anträge verteilen sich auf diverse Verlage, wobei PLOS One und Elsevier noch erwähnt werden können, da knapp zehn Prozent der eingegangenen Anträge Zeitschriften aus einem dieser beiden Verlage betrafen.

Fazit

In einigen Teilen des Campus hat der Fonds schnell guten Anklang gefunden. Allerdings scheint die Information zum Open Access Publikationsfonds noch nicht in allen Fakultäten und Graduate Schools angekommen zu sein. In diese Bereiche gilt es die Förderungsmöglichkeit des OA-Fonds hineinzutragen, damit deren Forschende für die Veröffentlichung Ihrer Forschungsergebnisse in Open Access Zeitschriften oder Büchern gewonnen werden können.

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