Elsevier spioniert uns noch raffinierter aus – zu unserer eigenen Sicherheit

Die grossen Wissenschaftsverlage haben das Geschäft mit persönlichen Daten von Wissenschaftler:innen entdeckt und erschlossen. Elsevier hat nun offenbar sein Überwachungsinstrumentarium verfeinert und verbessert.

Wie Jonny Saunders von der University of Oregon auf seinen Twitterkanal bekannt gemacht hat, versieht Elsevier die PDFs von wissenschaftlichen Texten neu mit elektronischen Fingerabdrücken, die beim Download erstellt und in die Metadaten eingefügt werden. Saunders empfiehlt deshalb, diese Metadaten mit exiftool und qpdf zu entfernen.
Um alle Metadaten zu entfernen, empfiehlt er dangerzone, mit dem PDFs zuerst in Bilder umgewandelt und dann wieder als Texte (OCR) formatiert werden können.

Und weshalb sollte man das tun? Wie ein Sprecher des Verlags verkündete, geht es Elsevier doch darum, die Cybersecurity zu erhöhen und mögliche Gefahren für Kunden zu entdecken (Ransomware).

Nur, wie diese Fingerabdrücke in den Metadaten der PDFs Cyberangriffe verhindern sollen, ist einigermassen unklar. Ziemlich klar sind dagegen die neuen Möglichkeiten für den Verlag. Jedes PDF aus einer Elsvier-Publikation kann nun bis zu jener Person zurückverfolgt werden, die es auf einem dem Verlag genehmen Weg heruntergeladen und dann weitergegeben hat. Ob Elsevier mit diesen Informationen vor allem unliebsame Webseiten schliessen oder auch gegen einzelne Forscher:innen vorgeht, die Artikel weitergereicht haben, wird man sehen.

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